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Archiv der Monatstexte

Juni 2019

Heute möchte ich euch von einem Prozess aus meiner Praxis berichten. Wobei es sich nicht um einen einzelnen Klienten handelt, sondern von einer Internalisierung, die mir in der Praxis sehr oft begegnet, also von uns Menschen ganz allgemein.

Eine Internalisierung ist ein Glaubenssatz, eine innere Überzeugung, die oft unbewusst in einem schlummert. D.h. wir wissen oft gar nicht, dass wir so denken, handeln aber aus diesem Glaubenssatz heraus. Interessant wird es, wenn wir Menschen Erfahrungen machen, die uns unangenehm sind, die wir nicht wollen oder  Gefühle die nicht erwünscht sind.

Zum Beispiel jemand fühlt sich abgelehnt, hat Ängste nicht dazuzugehören oder fühlt sich zurückgewiesen. Übrigens eine der häufigsten Ängste von uns Menschen. „Was denkt die Person von mir?“, „Was wird mein Chef sagen, wenn ich ihm sage, dass ich keine Überstunden machen will?“, „Was denkt die Verkäuferin von mir, wenn ich nach diesem Artikel frage?“ usw.

Die Annahme, andere denken etwas Schlechtes über mich fühlt sich unangenehm und manchmal nicht ertragbar an.

Zugehörigkeit ist ein so wichtiger Wert! Die Angst, nicht dazuzugehören löst in unserem Gehirn im archaischen Stamm eine Art von Todesangst aus, da es tatsächlich in uralter Zeit so war, dass, wenn wir aus einer Sippe ausgeschlossen wurden, wir mit dem Tod zu rechnen hatten. Da gab es kein Feuer, keine Wärme, sondern eher den Säbelzahntiger, der wartete um uns zu fressen.                                         Hinzu können ablehnende Erfahrungen aus dem Leben kommen. Als Kinder waren wir von unseren Eltern abhängig. Kam von dieser Seite etwas bedrohliches, strafendes, etwas von der Botschaft, so wie du bist, bist du nicht in Ordnung, dann ist in uns zusätzlich ein negatives Programm  entstanden.

Die Angst vor Ablehnung löst also in unserem Gehirn alte Reize aus, die sehr existenziell, sogar bedrohlich sein können und einer Todesangst ähnlich sein können. Dies löst wiederum Verhaltensweisen aus, die je nach Persönlichkeit sehr unterschiedlich sein können. Von Aggression, devoten levitaren (unterwürfig, demütig, tadelnd) Verhaltensmustern, über Rückzugstendenzen und Narzissmus kann das Spektrum groß sein. Sind wir ängstlich und gehemmt, beschimpfen wir uns selber oder andere, werden überempfindlich, legen alles auf die Waagschale und fragen uns permanent, was andere mit ihren Äußerungen gemeint haben könnten.

 

Bildergebnis für Trauma Spuren im Gesicht

 


 

Es gilt, die Folgen der Folgen zu bedenken:

Wir sind im Beisein anderer ständig nervös, angespannt und besorgt?

 

Wie wirken wir auf andere?

Für andere wirken wir unbeholfen, langweilig, desinteressiert, distanziert, arrogant, unterkühlt, misstrauisch, ja sogar feindselig und unsympathisch.

Je mehr wir uns zurückziehen, glauben uns schützen zu müssen, umso mehr werden wir übergangen und umso mehr fühlen wir uns bestätigt, dass unsere Sicht von uns stimmt, nämlich, dass wir nicht in Ordnung sind.

Die Angst entlarvt zu werden, als der erkannt zu werden, für den wir uns selbst halten, enttäuscht zu werden, die Leugnung eigener Bedürfnisse, usw. führt zu einem Teufelskreis aus Angst, Ablehnung, Selbstzweifel und Hemmung.

Was tun?

Es gibt viele Strategien und Techniken um seinen Selbstwert zu stärken und wieder aufzubauen.

Einige der für mich hilfreichsten Strategien davon sind:                                                                                                                                                                                                                                                                                 1.  Den eigenen Gedanken nicht immer zu glauben „könnte es sein, dass das was ich denke nicht der Wirklichkeit entspricht?“

     2. Gute Visionen zu haben von sich: „Wie möchte ich sein? Wie möchte ich aussehen? Wie möchte ich mich verhalten? Wie stehe und gehe ich, wenn ich ganz in meiner Kraft und Mitte bin? Wo bin ich gerne? Was höre ich gerne und welche Sätze geben mit Kraft und Energie? Wer bin ich wirklich?“ 

     3. Die Arbeit mit neuen Glaubenssätzen und Affirmationen „Ich bin…“

4. Bewegung und gesunde Ernährung

5. In Therapie gehen um sich zu heilen, Altes loszulassen und neue positive Zukunftsperspektiven zu     erarbeiten.

 

Mai 2019

 

             

 

So schön das Lied klingt und uns „nur“ zum Spazieren gehen einlädt, möchten wir euch einladen mehr zu tun als nur spazieren zu gehen.

Der Mensch ist ein „Bewegungstier“, er braucht die Bewegung um körperlich, aber auch psychisch gesund zu bleiben, bzw. zu werden, und das bis ins hohe Alter.

Regelmäßige Bewegung in der freien Natur gibt uns fast alles was wir brauchen. Vitamin D, Serotonin, Adrenalin, Noradrenalin, usw. steigern unsere Glückshormone, Stress verflüchtigt sich, das Gemüt wird angehoben und und und… . Die Liste der allmöglichen positiven Faktoren wäre zu lange um sie hier aufzuzählen.

Allein das Glücksgefühl nach einem tollen Lauf, einer Bergwanderung oder sei es nur nach einer Krankheit wieder mal um den Block zu gehen, sollte uns anregen, mutig und mit Schwung in den Mai hinein, in Bewegung zu kommen.

Egal wie, fühl dich eingeladen zu tanzen, zu lachen, zu laufen und zu springen, zu radeln, zu klettern, schwimmen, walken, paddeln oder was ganz anderes…

Dabei heißt die Zauberformel für das Glück  T U N

 

                                                         

                                                               

 

Wenn du dafür Unterstützung brauchst um wieder in Bewegung zu kommen, oder deine Neurotransmitter in Bewegung bringen willst, dann sind wir nach wie vor gerne für dich da.

 

April 2019

April April, der weiß nicht was er will

"Ein Mangel an Willenskraft erzeugt eine Sucht nach vorgegebenen Richtlinien." (Autor unbekannt)

Oft höre ich in meiner Praxis die Aussage, „wenn ich nur wüsste was ich will, aber ich weiß es nicht“ und wenn ich dann nachfrage, was das denn sein könnte kommen sogenannte „bigjunks“ wie „ich will glücklich sein“ oder „ich will gesund sein“ oder „ich will schmerzfrei sein“ usw.

Mir kommt es so vor, als haben wir unsere Träume vergessen, unsere Ziele verloren weil irgendwann irgendwer mal gesagt hat, das ginge nicht, wir sollen doch realistisch sein und nicht so weltfremd usw. Oder noch krasser, wenn Eltern uns demütigen und Sätze fallen wie „von dir kommt doch gar nichts Gescheites“ oder „wie blöd bist denn du“. Dann zieht sich in unserem Innersten etwas zurück, verliert den Mut und die Entscheidungskraft. Je massiver diese Erfahrungen sind oder waren, können daraus unter anderem Depressionen oder Burn Out entstehen.

Vielleicht können dir die folgenden Fragen helfen, in deiner Entscheidungskraft wieder etwas klarer zu werden.

·         Wenn ich jetzt klar wüsste, was ich wirklich will dann…

·         Wenn ich jetzt klar wüsste, was mir gut tut, dann….

·         Wenn ich jetzt klar wüsste, was der nächste wichtige Schritt für mich ist, dann….

Wenn wir vor Entscheidungen in unserem Leben stehen, das können auch ganz kleine sein, dann möchte ich dir noch eine Übung mitgeben.

Stell dich vor den Spiegel

Und mach dir klar

Dass das was du siehst

Vergänglich ist

Das Universum wird einmal blinzeln

Und das was du gerade siehst

Wird den Würmern zur Nahrung dienen!

Willst du durchgekommen sein? Oder gelebt haben?

 

 

März 2019

"Wenn du dich verirrt hast, folge der Freude und du findest zurück auf deinen Pfad."

Manchmal kann es passieren, dass wir unser Ziel aus den Augen verloren haben. Die Umstände des Lebens lassen uns nicht immer achtsam sein.

Zuviel an Arbeit, zu viel Leistungsdruck, zu viel eigene Annahmen eines inneren „du musst“ oder „du solltest“, lassen uns maschinell und funktionell werden.

Ziele verändern sich im Laufe eines Lebens. Wir werden älter, wir haben vielleicht das ein oder andere schon erreicht, oder Erfahrungen gesammelt auf bestimmten Gebieten.

Woran erkennen wir, dass sich die Fährten unsers Lebens verändern?

Manchmal sind es bestimmte Ereignisse, die uns aufhorchen lassen, die unsere Wertigkeiten verändern.  Ein Patient erzählte mir, er habe nach einem schweren Verkehrsunfall, einem  drei monatigen Aufenthalt auf der Intensivstation komplett seine Werte verändert. Dinge die früher einmal wichtig waren, oder wenigstens normal, haben heute keine Bedeutung mehr oder nerven ungemein.

Oder es  sind Stimmungen, die uns zeigen, dass es Zeit wird einen neuen Weg einzuschlagen. Lustlosigkeit und Antriebslosigkeit sind nicht immer nur ein Zeichen der Depression, sondern können auch Hinweise sein, dem falschen Pfad zu folgen.

Wovon bist du so sehr überzeugt, dass du es schon lange nicht mehr in Frage gestellt hast?“

Wie oft sagst du, „das ist halt so!“

Überprüfe dein äußeres Leben und frage dich wie demnach die  inneren Überzeugungen lauten könnten?

Oftmals hilft es auch, den Eltern im Stillen zu lauschen, um unbewusste Überzeugungen zu finden.

Ziele und Einstellungen zu verändern, wie geht das?

   

1.    Erkennen, Bewusstwerdung

.
der momentanen Situation,
der bisherigen Verhaltensmuster,
Blockaden
behinderte Überzeugungen und Glaubenssätze
.

2.    Annehmen

.
was ist, verändert Gefühle des Kampfes und Ausgeliefertseins
Übernahme der Verantwortung der eigenen Kreation
.

3.    Vision

.
in unserem Innersten
lösen Altes auf und
verändern Realitäten, lässt
neue Kreationen des
Erlebens schaffen
.

4.    Handeln

.
mit neuen Fähigkeiten im Alltag
Umsetzung des Neuen
.

 

 

 

Wir sind keine Zielerfüllenden Maschinen, wir sind Seelen.

Und das, was sich in dir nach tiefster Erfüllung sehnt, ist gleichzeitig auch die Instanz, die die Veränderung schaffen kann.

Habt einen schönen März und ein schönen Frühlingserwachen

Wir freuen uns mit euch zu Arbeiten!

 

Februar 2019

Herzlich Willkommen im Februar,

„Wenn du denkst, was du immer gedacht hast, wirst du erfahren,was du immer erfahren hast!  Wenn du etwas anderes willst denke anders!“ (Ulli Kaufmann)


Eine kleine Umwandlung von Richard Bendlers Spruch „Wenn du tust was du immer getan hast…!

In der therapeutischen Praxis beschäftigen wir uns immer zentral mit dem Umgang und der

Förderung von Bewusstheitsprozessen.

Ein Prozess dabei ist die geistige Reife zu entwickeln und die eigenen Gedanken zu verändern.

Immer wieder frage ich meine Patienten, wenn sie mir über bestimmte negative Situationen oder Ereignisse in ihrem Leben erzählen, was sie  in diesen Momenten über sich gedacht haben.

Die große Unbewusstheit der eigenen Gedanken überrascht mich tatsächlich immer wieder. Nach genauerem Nachfragen, Hypothesen, (z. B. was könnten sie denn gedacht haben?) kommen wir zu der Erkenntnis, dass es sich um destruktive,  negative und ängstliche Gedankengänge handelt die abwertend und kleinmachend, sich schwächend dem eigenen Selbstwert gegenüberstehen.

Der dabei im Gehirn entstehende Cocktail aus Hormonen, Neurotransmittern, usw., die damit verbundene Körpersprache, z.B. leicht gebückte Haltung oder Rücknahme führt zu weiteren negativen Erwartungen und Konditionierungen.

Überzeugungen und Wahrnehmungen bzw. Vorstellungen sind unterbewusste Seinszustände. Sie beruhen auf Gedanken und Gefühlen, die immer wieder gedacht oder gefühlt werden.

Die Epigenetik lehrt uns: Eine Bewusstseinsveränderung beim Menschen kann zu strukturellen und funktionellen Veränderungen im Körper führen.

Was heißt das? Wir können unser Schicksal ändern! 

 

Neue Gedanken ändern dein Leben!

Sich zu ändern heißt: Größer zu denken als wir fühlen!

Hierbei einen Heilungs- oder Veränderungsprozess zu generieren, Bewusstheit, Selbstregulation und die Erarbeitung positiver Zukunftsperspektiven zu schaffen ist Teil von Psychotherapie.

Für den Februar möchte ich sie einladen gut mit sich selber zu sprechen und sich Sätze einzureden, ja sie lesen richtig, die 1. positiv formuliert sind, 2. in der Gegenwart handeln, und 3. von Dankbarkeit beseelt sind

Beispiele:

"Ich bin dankbar, gesund zu sein."

"Mein Leben ist reich und voller Freude."

"In Beziehung zu meinen Mitmenschen erlebe ich Liebe und Geborgenheit."


Wenn sie dann anfangen, dies auch noch zu fühlen, gratulieren wir herzlich. Finden sie ihre Sätze! Viel Freude bei der Umsetzung.

Literaturangabe: „du bist das Placebo“ von Dr. Joe Dispenca

 

 

Januar 2019

Herzlich Willkommen im Jänner

Schlafen sie gut?

Die gute Nachricht, wenn sie zwei bis dreimal pro Nacht aufwachen, handelt es sich nicht um eine Schlafstörung. Mit steigendem Lebensalter verändern sich unser Schlafrhythmus und die Fähigkeit durchzuschlafen.

Jedoch ein Leistungsknick, Konzentrationsstörungen, erhöhte Fehleranfälligkeit und Tagesschläfrigkeit sind aussagekräftige Hinweise dafür, dass der Schlaf nicht erholsam ist.

Rund 25 % der Menschen weltweit leiden unter gelegentlichen Schlafstörungen. Die Ursachen sind äußerst vielseitig.

Die aktuelle Version der International Classification of Sleep Disorders (ICSD-3) unterscheidet 97 Schlaf-Wach-Störungen, im ICD-10 (International Classification of Disorders)  sind es immerhin 18.

„Die Schwere einer Schlafstörung definiert sich über die Tagesbefindlichkeit“ betont Priv.Doz. Michael Saletu, Leiter des Bereiches Schlafmedizin am LKH Graz Süd-West, Standort Süd.

Was tun? Bzw. was nicht tun?

Nachstehend einige Tipps und Anregungen um die Schlafqualität zu verbessern, bzw. wieder zu einem Schlaf zu finden, der erholsam und wohltuend ist.

Die empfohlenen Klänge sind individuell ausprobierbar und können dazu beitragen besser zu schlafen.

* Tibetische Trommelmeditation - Theta- Gehirnwellen -Musik       

* Air; Bach BWV1068

* Ariosa; Bach- Kantate BWV 156

* Adagio g-Moll; Albinoni/Giazotti   

                                                                                                 

Hilfe bei Schlafstörungen

Akzeptiere, dass dein Körper nicht zur Ruhe kommt.
Mit deiner Angst, wieder nicht schlafen zu können, und mit Gedanken an Konflikte und Probleme hältst du ihn möglicherweise wach.

Auch Forderungen, dass du heute unbedingt schlafen musst, weil morgen ein wichtiger Termin ist, sind nicht gerade schlaffördernd, im Gegenteil, sie tragen erst recht zu deinen Schlafstörungen bei.

Sage dir stattdessen: "Ich habe Vertrauen in dich, mein Körper. Du wirst dir den nötigen Schlaf schon holen".

Bringe deine Grübelgedanken zu Papier.
Wenn grüblerische Gedanken und Sorgen dich am Einschlafen hindern, dann lege dir neben dein Bett einen Notizzettel, auf den du all deine Sorgen und störenden Gedanken schreibst.

Wenn sie dann erneut auftauchen, unterbrich sie mit den Worten: "Jetzt ist nicht eure Zeit. Morgen werde ich mich um euch kümmern". Informationen zum Grübeln werden in den nächsten Informationen der monatlichen News dabei sein.
Suche dir in der Phantasie einen sicheren Ort.
Male dir vor dem Einschlafen in der Phantasie aus, dass du dich an einem Ort befindest, an dem du dich sehr wohl und geborgen fühlst. Versuche dir dieses Bild ganz lebendig vor Augen zu führen und in dir zu spüren wie gut es dir dort geht.

Befreie dich von deinen Sorgen.
Stell dir vor, du schreibst all deine Sorgen in ein dickes Buch, das du in eine große Kiste packst, die du verschließt und erst morgen früh wieder öffnest.

Oder aber stell dir vor, du stehst unter einem Wasserfall, das erfrischende klare Wasser spült all deine negativen Gedanken hinweg und die wärmenden Sonnenstrahlen trocknen deine Haut. Du fühlst dich befreit und kannst zufrieden einschlafen.

Konzentriere dich auf deinen Atem.
Atme bis tief hinunter in den Bauchraum. Dann lassen den Atem langsam wieder ausströmen. Dann halte den Atem an und zähle von 1001 bis 1006 (eintausendundeins ... eintausendundsechs), dann atme wieder ein, aus und halte den Atem wieder an, während du zählst.

Mache das einige Minuten lang, bis du ruhiger bist.

Akzeptiere, wenn du in der Nacht aufwachst
Mache dich dann nicht verrückt mit den Gedanken wie etwa, dass du deinen Schlaf doch brauchst. Sage dir stattdessen: "Körper, ich vertraue dir. Du wirst dir den Schlaf holen, den du brauchst". Konzentriere dich auf etwas Schönes oder mache eine Entspannungsübung.

Unterbreche deine Grübelgedanken
Wenn dich Sorgen plagen und am Schlafen hindern, dann nutze den Gedankenstopp. Sage dir innerlich "Stopp, jetzt ist nicht eure Zeit. Morgen werde ich mich mit euch befassen".

Schalte dann in Gedanken auf etwas Schönes um, etwa indem du an schöne Urlaubserlebnisse oder Ähnliches denkst.

Erinnere dich an schöne Erlebnisse.
Rufe dir im Bett die Ereignisse des Tages ins Bewusstsein, die schön für dich waren, und bedanke dich dafür. Dies müssen keine Welt bewegenden Erlebnisse sein sondern z.B. ein nettes Gespräch, ein Lächeln vom Nachbarn, der liebevolle Anruf der Freundin, usw.

Reduziere deine Erwartungen.
Erinnere dich daran, dass dein Körper nach 3 Stunden bereits den für ihn wichtigsten Schlaf gehabt hat. Wenn du morgens recht früh aufwachst oder nur 4 bis 6 Stunden geschlafen hast, dann besteht kein Grund zur Besorgnis - auch wenn du dich morgens noch müde und schlapp fühlst.

Statt dich im Bett hin- und herzuwälzen, tu etwas.
Wenn du länger als eine halbe Stunde wach liegst, dann stehe auf. Lies etwas Langweiliges das dich beruhigt. Gehe erst wieder ins Bett, wenn du richtig müde bist.

Bewege dich.
Bewegung reduziert psychischen Stress und führt zu körperlicher Müdigkeit. Wenn du dich regelmäßig bewegst, fördert dies deinen Schlaf. Auch Sex oder Selbstbefriedigung können sehr wirksame Einschlafmittel sein.

Wenn du an den Ursachen deiner Schlafstörungen ansetzen möchtest:

Hinter deiner Schlafstörung können sich seelische wie körperliche Ursachen verbergen. Zunächst musst du also herausfinden, weshalb du nicht schlafen kannst.

Z.B. können aufputschende Getränke wie Cola, Tee oder Kaffee oder Nikotin dein Einschlafen erschweren, daher nach dem Mittagessen, keine koffeinhaltigen Getränke mehr. Dein Zimmer könnte zu heiß, zu laut, deine Matratze zu hart sein.

Du könntest Atemaussetzer im Schlaf haben, ruhelose Beine oder Zähneknirschen, welche deinen Schlafrhythmus beeinträchtigen.

Vielleicht befindest du dich in einer seelischen Krise, aus der du keinen Ausweg weist und machst dir Sorgen.

Vielleicht hast du unbewältigte seelische oder berufliche Probleme, Stress und belastende Ereignisse, die du mit ins Bett nimmst.

Vielleicht hast du einfach nur falsche Vorstellungen, wie gesundes und gestörtes Schlafverhalten aussehen.

Wenn deine Schlafstörungen länger als 4 Wochen andauern und du dich dadurch deutlich seelisch und körperlich beeinträchtigt fühlst, solltest du deinen Hausarzt bzw. einen Psychotherapeuten konsultieren.

Noch ein Wort zu Medikamenten: Schlafmittel solltest du nur im äußersten Fall nehmen und nur für sehr kurze (!) Zeit. Schlaftabletten richten nämlich mehr Schaden an, als dass sie nutzen.

Zu guter Letzt:

Regeln für einen gesunden Schlaf:

1.    Nach dem Mittagessen keine koffeinhaltigen Getränke (Kaffee, Schwarz- oder grüner Tee, Cola usw.)

2.    Alkohol weitgehend vermeiden und keinesfalls als Schlafmittel einsetzen (die Dosis macht das Gift)

3.    Keine schweren Malzeiten am Abend

4.    Regelmäßige körperliche Bewegung

5.    Allmähliche Verringerung geistiger und körperlicher Anstrengung vor dem Zubettgehen

6.    Ein persönliches Einschlafritual einführen

7.    Im Schlafzimmer für eine angenehme Atmosphäre sorgen (ruhig, verdunkelt usw.)

8.     In der Nacht nicht auf den Wecker oder die Armbanduhr schauen

 Literaturangabe: Österreichische Ärztezeitung vom 15. Juli 2018

 Bei Fragen und Problemen sind wir gerne für sie da!