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Besuch

Als ich dieser Tage die Türe öffnete, hatte ich ziemlich hohen Besuch.
Zuerst dachte ich:
„Mach schnell zu, sonst wird es wieder so anstrengend“.
Doch ehe ich die Türe wieder schließen konnte, saß mein Besuch schon auf meinem Balkon und blickte Richtung Wald.

Dabei hatte ich mich jetzt wirklich auf einen ruhigen gemütlichen Nachmittag eingestellt, an dem ich einmal gar nichts anstrengendes machen wollte.

„Mach dir keine Sorgen ich werde dich heute ganz sicher nicht anstrengen und wir werden auch gar nicht viel reden. Ich bin eigentlich nur gekommen, um dir ein bisschen Gesellschaft zu leisten und wir können auch einfach nur dasitzen und eine Tasse Tee trinken, in die Natur schauen und du entspannst.“

„Du nicht?“ fragte ich.
„Ich brauche nicht entspannen, ich bin immer entspannt.“
„Gut“, antwortete ich und ging erstmal in die Küche um uns einen guten Tee zu kochen, ein Stück Kuchen hatte ich auch noch.

So saß ich wenige Minuten später mit meinen Besuch gemeinsam auf Balkonien, wir tranken Tee, aßen Kuchen und sahen Richtung Wald und Himmel.

Keine Ahnung wie lange wir da so saßen, ich merkte nur, wie mein anfänglicher Gram nun Stück für Stück verflog und ich die Gesellschaft meines Besuches genoss.

Vielmehr konnte ich die ruhige, entspannte Art immer mehr wahrnehmen und sog diese Stille regelrecht in mich hinein.

Ich merkte auf einmal, dass ich sogar den gleichen Atmenrhytmus hatte wie mein Besuch.

Ein und Ausatmen

„Siehst du“, fing mein Besuch nach einer langen stillen Zeit zum Reden an. „Leben ist gar nicht schlimm.
Leben ist auch gar nicht immer, was tun müssen.
Man muss auch nicht ständig im Dialog sein.
Leben ist einfach auch mal alles wahrzunehmen was um dich ist.

Zu fühlen, zu erleben.

Nichts erzwingen,
nichts erfühlen,
nichts erklären,
nichts kaputtreden,
nichts verteidigen,
nichts entschuldigen.

Leben ist auch mal ein ganz großes NICHTS sein dürfen.

Darin liegt das eigentliche Geheimnis, denn in einem leeren Nichts kann alles was um dich ist, sich neu entfalten, Kraft und Energie bekommen.

Wie eine RESET Taste drücken, du löschst was du auf deiner Kassette hast und schaffst Platz für Neues.
Wann hast du das zum letzten Mal gemacht?“

Aufmerksam hörte ich meinem Besuch zu.
Meine Reset Taste drücken?

Wann ich die das letzte Mal gelöscht hatte?

Oh Gott, das muss wohl schon eine Weile her sein, dachte ich bei mir.

Ich habe stattdessen immer mehr auf die Kassette gepresst, um ja viel an Erfahrungen und Informationen zu sammeln.
Möglichst alles so perfekt wie möglich, damit ich in Notzeiten für alles gerüstet sei.

Wenn dann eine Notzeit eintrat, wollte ich einfach nur diese Kassette nutzen, um dann die Wiedergabe zu drücken, damit ich die Sicherheit ja nicht verliere.

Ich wurde rot. Mein Besuch hatte mich erwischt.

„Das ist wohl schon eine Weile her“, gab ich ich als Antwort.

„Siehst du, dann ist es doch gut dass ich dich heute besuchen komme. Gelegenheit darüber nachzudenken was du mit der RESET Taste machst.“

Mein Besuch lächelte mich freundlich an.

Ich blickte ihm in die Augen und muss sagen, das was ich sah, gefiel mir.

Da war gar nichts was mir Angst machen musste, ein freundliches Lächeln, ein warmes Gefühl, das war es, was mir mein Besuch in diesem Augenblick schenkte.

„Ich weiß nicht ob ich das kann, was mache ich denn mit all den vielen Informationen und Sachen, die ich gesammelt habe. Ich kann doch nicht einfach alles löschen und dann wieder von vorne anfangen?“, fragte ich mein Gegenüber.

„Das musst du auch gar nicht, du löscht es nur.

Nur weil man etwas löscht, heißt es nicht das es verschwunden ist.
Du kannst es nur nicht mehr hören, sehen oder so abrufen wie du es gerne möchtest.

Doch alles was du auf dieser Kassette ist, ist Teil deines Lebens.
Darin ist alles enthalten was du brauchst.

Was dir fehlt ist das Vertrauen.

Das Vertrauen, das du deinem Leben entgegenbringen darfst und kannst.

In diesem Vertrauen ist alles, was du glaubst auf deiner Kassette festhalten zu müssen, damit du dich in Sicherheit währst.

Das Leben braucht so eine Kassette nicht.
Das Leben braucht einzig und allein ein bisschen Vertrauen.

Sobald das Leben spürt du fängst an ihm zu vertrauen, wirst du merken, wie sehr das Leben für dich sorgt, wie sehr es dich nährt, dich behütet und dir Gutes tut.

Es lässt dich wachsen an seinen Aufgaben, schenkt dir immer einen Trost in Zeiten wo es dir gar nicht gut geht.
Das Leben ist so einfach, wenn du es einfach so nimmst wie es ist.

Wenn du Angst in Vertrauen umwandelst und jeden Tag ein bisschen mutiger dich dem ganzen stellst.

Nichts ist ein müssen, nichts ist ein perfekt sein.

Jeder Läufer braucht irgendwann mal eine Pause, sonst wird er eines Tages am Ende seiner Kräfte sein.
Denn nur so schafft er es, seinen nächsten Lauf wieder mit frischen und kraftvollen Schritten bestreiten zu können.
Gönnt er sich keine Pause, wird er irgendwann am Boden liegen und sich nicht mehr bewegen können, seine Kräfte sind aufgebraucht, er hat keinerlei Reserven mehr.

Die Entscheidung allerdings liegt immer bei einem selbst.

Das Leben wird dir niemals diese Entscheidung abnehmen, doch es lädt dich jeden Tag ein, eine zu treffen.“

Sanft nahm mein Besuch meine Hand, sah mir liebevoll in die Augen.

Vertrauen war es also.

Wenn ich es schaffen würde, meine RESET Taste zu drücken und einfach ins Vertrauen gehen, was würde dann passieren?

Müsste ich dann Angst haben, dass ich alles verlieren würde, was ich mir aufgebaut habe?

„Ist es schwer diese Taste zu drücken“ fragte ich.

„Nein“, antwortete mein Besuch. „Es ist ganz leicht. Ich helfe dir.
Jetzt.

Wir bleiben einfach noch eine Weile hier sitzen und schauen uns den Himmel an, die Wolken ziehen vorbei.
Du kannst in ihnen wunderbare Dinge sehen.
Beobachte.
Nur beobachten“.

Also fing ich an einfach zu beobachten.

Jede Wolke, die an mir vorbeizog, sah wunderschön aus.
Ich konnte immer mehr in meine Vorstellung tauchen, wie HEIDI aus dem Kinderbuch darin zu liegen und in einer der Wolke, wie eine Himmelsschaukel hin und her zu schaukeln.

Nichts was mich gerade noch an irgendwas erinnerte.
Nur Leichtigkeit und der Moment des Seins.

„Hast du es gemerkt?“ riss mich mein Besuch aus den Wolkenspiel.

„Was?“ ich hatte tatsächlich vergessen das neben mir der Besuch saß. So war ich versunken in meinen Wolken.

Da lachte mein Besuch und sagte: “ Wir haben soeben die RESET Taste gedrückt“.

Ungläubig sah ich an, „wie gerade eben“?
Sollte ich jetzt wütend sein, weil er mir nicht ein Zeichen gab?

Dann blickte ich nochmal in den Himmel und beschloss es, nicht zu werden.

Ich hatte für einen Augenblick das Vertrauen gespürt, das totale Loslassen und die Fähigkeit, dem Leben einfach zu folgen.
Keine Verantwortung zu übernehmen, abgeben und abschalten.

Ein so herrliches Gefühl, ein so dankbares Gefühl, ein so kraftvolles Gefühl.

Es war nur ein kleiner Moment, aber einer der mich so tief berührte, dass ich mehr davon wollte.
Ich wollte mehr davon, von diesem Vertrauen und diesem Gefühl des Nichts zu spüren.

Als ich mich bedanken wollte, merkte ich, dass mein Besuch nicht mehr neben mir saß.
Ich blickte mich um, aber er war weg.
Sein Tee ausgetrunken, der Kuchen gegessen.

Ich fand einen Zettel.
Auf dem stand:

„Es war schön bei dir liebe Annett.
Danke, dass du mir vertraust.
Dein Leben“

 

 

Archiv der Monatstexte

April 2019

April April, der weiß nicht was er will

"Ein Mangel an Willenskraft erzeugt eine Sucht nach vorgegebenen Richtlinien." (Autor unbekannt)

Oft höre ich in meiner Praxis die Aussage, „wenn ich nur wüsste was ich will, aber ich weiß es nicht“ und wenn ich dann nachfrage, was das denn sein könnte kommen sogenannte „bigjunks“ wie „ich will glücklich sein“ oder „ich will gesund sein“ oder „ich will schmerzfrei sein“ usw.

Mir kommt es so vor, als haben wir unsere Träume vergessen, unsere Ziele verloren weil irgendwann irgendwer mal gesagt hat, das ginge nicht, wir sollen doch realistisch sein und nicht so weltfremd usw. Oder noch krasser, wenn Eltern uns demütigen und Sätze fallen wie „von dir kommt doch gar nichts Gescheites“ oder „wie blöd bist denn du“. Dann zieht sich in unserem Innersten etwas zurück, verliert den Mut und die Entscheidungskraft. Je massiver diese Erfahrungen sind oder waren, können daraus unter anderem Depressionen oder Burn Out entstehen.

Vielleicht können dir die folgenden Fragen helfen, in deiner Entscheidungskraft wieder etwas klarer zu werden.

·         Wenn ich jetzt klar wüsste, was ich wirklich will dann…

·         Wenn ich jetzt klar wüsste, was mir gut tut, dann….

·         Wenn ich jetzt klar wüsste, was der nächste wichtige Schritt für mich ist, dann….

Wenn wir vor Entscheidungen in unserem Leben stehen, das können auch ganz kleine sein, dann möchte ich dir noch eine Übung mitgeben.

Stell dich vor den Spiegel

Und mach dir klar

Dass das was du siehst

Vergänglich ist

Das Universum wird einmal blinzeln

Und das was du gerade siehst

Wird den Würmern zur Nahrung dienen!

Willst du durchgekommen sein? Oder gelebt haben?

 

 

März 2019

"Wenn du dich verirrt hast, folge der Freude und du findest zurück auf deinen Pfad."

Manchmal kann es passieren, dass wir unser Ziel aus den Augen verloren haben. Die Umstände des Lebens lassen uns nicht immer achtsam sein.

Zuviel an Arbeit, zu viel Leistungsdruck, zu viel eigene Annahmen eines inneren „du musst“ oder „du solltest“, lassen uns maschinell und funktionell werden.

Ziele verändern sich im Laufe eines Lebens. Wir werden älter, wir haben vielleicht das ein oder andere schon erreicht, oder Erfahrungen gesammelt auf bestimmten Gebieten.

Woran erkennen wir, dass sich die Fährten unsers Lebens verändern?

Manchmal sind es bestimmte Ereignisse, die uns aufhorchen lassen, die unsere Wertigkeiten verändern.  Ein Patient erzählte mir, er habe nach einem schweren Verkehrsunfall, einem  drei monatigen Aufenthalt auf der Intensivstation komplett seine Werte verändert. Dinge die früher einmal wichtig waren, oder wenigstens normal, haben heute keine Bedeutung mehr oder nerven ungemein.

Oder es  sind Stimmungen, die uns zeigen, dass es Zeit wird einen neuen Weg einzuschlagen. Lustlosigkeit und Antriebslosigkeit sind nicht immer nur ein Zeichen der Depression, sondern können auch Hinweise sein, dem falschen Pfad zu folgen.

Wovon bist du so sehr überzeugt, dass du es schon lange nicht mehr in Frage gestellt hast?“

Wie oft sagst du, „das ist halt so!“

Überprüfe dein äußeres Leben und frage dich wie demnach die  inneren Überzeugungen lauten könnten?

Oftmals hilft es auch, den Eltern im Stillen zu lauschen, um unbewusste Überzeugungen zu finden.

Ziele und Einstellungen zu verändern, wie geht das?

   

1.    Erkennen, Bewusstwerdung

.
der momentanen Situation,
der bisherigen Verhaltensmuster,
Blockaden
behinderte Überzeugungen und Glaubenssätze
.

2.    Annehmen

.
was ist, verändert Gefühle des Kampfes und Ausgeliefertseins
Übernahme der Verantwortung der eigenen Kreation
.

3.    Vision

.
in unserem Innersten
lösen Altes auf und
verändern Realitäten, lässt
neue Kreationen des
Erlebens schaffen
.

4.    Handeln

.
mit neuen Fähigkeiten im Alltag
Umsetzung des Neuen
.

 

 

 

Wir sind keine Zielerfüllenden Maschinen, wir sind Seelen.

Und das, was sich in dir nach tiefster Erfüllung sehnt, ist gleichzeitig auch die Instanz, die die Veränderung schaffen kann.

Habt einen schönen März und ein schönen Frühlingserwachen

Wir freuen uns mit euch zu Arbeiten!

 

Februar 2019

Herzlich Willkommen im Februar,

„Wenn du denkst, was du immer gedacht hast, wirst du erfahren,was du immer erfahren hast!  Wenn du etwas anderes willst denke anders!“ (Ulli Kaufmann)


Eine kleine Umwandlung von Richard Bendlers Spruch „Wenn du tust was du immer getan hast…!

In der therapeutischen Praxis beschäftigen wir uns immer zentral mit dem Umgang und der

Förderung von Bewusstheitsprozessen.

Ein Prozess dabei ist die geistige Reife zu entwickeln und die eigenen Gedanken zu verändern.

Immer wieder frage ich meine Patienten, wenn sie mir über bestimmte negative Situationen oder Ereignisse in ihrem Leben erzählen, was sie  in diesen Momenten über sich gedacht haben.

Die große Unbewusstheit der eigenen Gedanken überrascht mich tatsächlich immer wieder. Nach genauerem Nachfragen, Hypothesen, (z. B. was könnten sie denn gedacht haben?) kommen wir zu der Erkenntnis, dass es sich um destruktive,  negative und ängstliche Gedankengänge handelt die abwertend und kleinmachend, sich schwächend dem eigenen Selbstwert gegenüberstehen.

Der dabei im Gehirn entstehende Cocktail aus Hormonen, Neurotransmittern, usw., die damit verbundene Körpersprache, z.B. leicht gebückte Haltung oder Rücknahme führt zu weiteren negativen Erwartungen und Konditionierungen.

Überzeugungen und Wahrnehmungen bzw. Vorstellungen sind unterbewusste Seinszustände. Sie beruhen auf Gedanken und Gefühlen, die immer wieder gedacht oder gefühlt werden.

Die Epigenetik lehrt uns: Eine Bewusstseinsveränderung beim Menschen kann zu strukturellen und funktionellen Veränderungen im Körper führen.

Was heißt das? Wir können unser Schicksal ändern! 

 

Neue Gedanken ändern dein Leben!

Sich zu ändern heißt: Größer zu denken als wir fühlen!

Hierbei einen Heilungs- oder Veränderungsprozess zu generieren, Bewusstheit, Selbstregulation und die Erarbeitung positiver Zukunftsperspektiven zu schaffen ist Teil von Psychotherapie.

Für den Februar möchte ich sie einladen gut mit sich selber zu sprechen und sich Sätze einzureden, ja sie lesen richtig, die 1. positiv formuliert sind, 2. in der Gegenwart handeln, und 3. von Dankbarkeit beseelt sind

Beispiele:

"Ich bin dankbar, gesund zu sein."

"Mein Leben ist reich und voller Freude."

"In Beziehung zu meinen Mitmenschen erlebe ich Liebe und Geborgenheit."


Wenn sie dann anfangen, dies auch noch zu fühlen, gratulieren wir herzlich. Finden sie ihre Sätze! Viel Freude bei der Umsetzung.

Literaturangabe: „du bist das Placebo“ von Dr. Joe Dispenca

 

 

Januar 2019

Herzlich Willkommen im Jänner

Schlafen sie gut?

Die gute Nachricht, wenn sie zwei bis dreimal pro Nacht aufwachen, handelt es sich nicht um eine Schlafstörung. Mit steigendem Lebensalter verändern sich unser Schlafrhythmus und die Fähigkeit durchzuschlafen.

Jedoch ein Leistungsknick, Konzentrationsstörungen, erhöhte Fehleranfälligkeit und Tagesschläfrigkeit sind aussagekräftige Hinweise dafür, dass der Schlaf nicht erholsam ist.

Rund 25 % der Menschen weltweit leiden unter gelegentlichen Schlafstörungen. Die Ursachen sind äußerst vielseitig.

Die aktuelle Version der International Classification of Sleep Disorders (ICSD-3) unterscheidet 97 Schlaf-Wach-Störungen, im ICD-10 (International Classification of Disorders)  sind es immerhin 18.

„Die Schwere einer Schlafstörung definiert sich über die Tagesbefindlichkeit“ betont Priv.Doz. Michael Saletu, Leiter des Bereiches Schlafmedizin am LKH Graz Süd-West, Standort Süd.

Was tun? Bzw. was nicht tun?

Nachstehend einige Tipps und Anregungen um die Schlafqualität zu verbessern, bzw. wieder zu einem Schlaf zu finden, der erholsam und wohltuend ist.

Die empfohlenen Klänge sind individuell ausprobierbar und können dazu beitragen besser zu schlafen.

* Tibetische Trommelmeditation - Theta- Gehirnwellen -Musik       

* Air; Bach BWV1068

* Ariosa; Bach- Kantate BWV 156

* Adagio g-Moll; Albinoni/Giazotti   

                                                                                                 

Hilfe bei Schlafstörungen

Akzeptiere, dass dein Körper nicht zur Ruhe kommt.
Mit deiner Angst, wieder nicht schlafen zu können, und mit Gedanken an Konflikte und Probleme hältst du ihn möglicherweise wach.

Auch Forderungen, dass du heute unbedingt schlafen musst, weil morgen ein wichtiger Termin ist, sind nicht gerade schlaffördernd, im Gegenteil, sie tragen erst recht zu deinen Schlafstörungen bei.

Sage dir stattdessen: "Ich habe Vertrauen in dich, mein Körper. Du wirst dir den nötigen Schlaf schon holen".

Bringe deine Grübelgedanken zu Papier.
Wenn grüblerische Gedanken und Sorgen dich am Einschlafen hindern, dann lege dir neben dein Bett einen Notizzettel, auf den du all deine Sorgen und störenden Gedanken schreibst.

Wenn sie dann erneut auftauchen, unterbrich sie mit den Worten: "Jetzt ist nicht eure Zeit. Morgen werde ich mich um euch kümmern". Informationen zum Grübeln werden in den nächsten Informationen der monatlichen News dabei sein.
Suche dir in der Phantasie einen sicheren Ort.
Male dir vor dem Einschlafen in der Phantasie aus, dass du dich an einem Ort befindest, an dem du dich sehr wohl und geborgen fühlst. Versuche dir dieses Bild ganz lebendig vor Augen zu führen und in dir zu spüren wie gut es dir dort geht.

Befreie dich von deinen Sorgen.
Stell dir vor, du schreibst all deine Sorgen in ein dickes Buch, das du in eine große Kiste packst, die du verschließt und erst morgen früh wieder öffnest.

Oder aber stell dir vor, du stehst unter einem Wasserfall, das erfrischende klare Wasser spült all deine negativen Gedanken hinweg und die wärmenden Sonnenstrahlen trocknen deine Haut. Du fühlst dich befreit und kannst zufrieden einschlafen.

Konzentriere dich auf deinen Atem.
Atme bis tief hinunter in den Bauchraum. Dann lassen den Atem langsam wieder ausströmen. Dann halte den Atem an und zähle von 1001 bis 1006 (eintausendundeins ... eintausendundsechs), dann atme wieder ein, aus und halte den Atem wieder an, während du zählst.

Mache das einige Minuten lang, bis du ruhiger bist.

Akzeptiere, wenn du in der Nacht aufwachst
Mache dich dann nicht verrückt mit den Gedanken wie etwa, dass du deinen Schlaf doch brauchst. Sage dir stattdessen: "Körper, ich vertraue dir. Du wirst dir den Schlaf holen, den du brauchst". Konzentriere dich auf etwas Schönes oder mache eine Entspannungsübung.

Unterbreche deine Grübelgedanken
Wenn dich Sorgen plagen und am Schlafen hindern, dann nutze den Gedankenstopp. Sage dir innerlich "Stopp, jetzt ist nicht eure Zeit. Morgen werde ich mich mit euch befassen".

Schalte dann in Gedanken auf etwas Schönes um, etwa indem du an schöne Urlaubserlebnisse oder Ähnliches denkst.

Erinnere dich an schöne Erlebnisse.
Rufe dir im Bett die Ereignisse des Tages ins Bewusstsein, die schön für dich waren, und bedanke dich dafür. Dies müssen keine Welt bewegenden Erlebnisse sein sondern z.B. ein nettes Gespräch, ein Lächeln vom Nachbarn, der liebevolle Anruf der Freundin, usw.

Reduziere deine Erwartungen.
Erinnere dich daran, dass dein Körper nach 3 Stunden bereits den für ihn wichtigsten Schlaf gehabt hat. Wenn du morgens recht früh aufwachst oder nur 4 bis 6 Stunden geschlafen hast, dann besteht kein Grund zur Besorgnis - auch wenn du dich morgens noch müde und schlapp fühlst.

Statt dich im Bett hin- und herzuwälzen, tu etwas.
Wenn du länger als eine halbe Stunde wach liegst, dann stehe auf. Lies etwas Langweiliges das dich beruhigt. Gehe erst wieder ins Bett, wenn du richtig müde bist.

Bewege dich.
Bewegung reduziert psychischen Stress und führt zu körperlicher Müdigkeit. Wenn du dich regelmäßig bewegst, fördert dies deinen Schlaf. Auch Sex oder Selbstbefriedigung können sehr wirksame Einschlafmittel sein.

Wenn du an den Ursachen deiner Schlafstörungen ansetzen möchtest:

Hinter deiner Schlafstörung können sich seelische wie körperliche Ursachen verbergen. Zunächst musst du also herausfinden, weshalb du nicht schlafen kannst.

Z.B. können aufputschende Getränke wie Cola, Tee oder Kaffee oder Nikotin dein Einschlafen erschweren, daher nach dem Mittagessen, keine koffeinhaltigen Getränke mehr. Dein Zimmer könnte zu heiß, zu laut, deine Matratze zu hart sein.

Du könntest Atemaussetzer im Schlaf haben, ruhelose Beine oder Zähneknirschen, welche deinen Schlafrhythmus beeinträchtigen.

Vielleicht befindest du dich in einer seelischen Krise, aus der du keinen Ausweg weist und machst dir Sorgen.

Vielleicht hast du unbewältigte seelische oder berufliche Probleme, Stress und belastende Ereignisse, die du mit ins Bett nimmst.

Vielleicht hast du einfach nur falsche Vorstellungen, wie gesundes und gestörtes Schlafverhalten aussehen.

Wenn deine Schlafstörungen länger als 4 Wochen andauern und du dich dadurch deutlich seelisch und körperlich beeinträchtigt fühlst, solltest du deinen Hausarzt bzw. einen Psychotherapeuten konsultieren.

Noch ein Wort zu Medikamenten: Schlafmittel solltest du nur im äußersten Fall nehmen und nur für sehr kurze (!) Zeit. Schlaftabletten richten nämlich mehr Schaden an, als dass sie nutzen.

Zu guter Letzt:

Regeln für einen gesunden Schlaf:

1.    Nach dem Mittagessen keine koffeinhaltigen Getränke (Kaffee, Schwarz- oder grüner Tee, Cola usw.)

2.    Alkohol weitgehend vermeiden und keinesfalls als Schlafmittel einsetzen (die Dosis macht das Gift)

3.    Keine schweren Malzeiten am Abend

4.    Regelmäßige körperliche Bewegung

5.    Allmähliche Verringerung geistiger und körperlicher Anstrengung vor dem Zubettgehen

6.    Ein persönliches Einschlafritual einführen

7.    Im Schlafzimmer für eine angenehme Atmosphäre sorgen (ruhig, verdunkelt usw.)

8.     In der Nacht nicht auf den Wecker oder die Armbanduhr schauen

 Literaturangabe: Österreichische Ärztezeitung vom 15. Juli 2018

 Bei Fragen und Problemen sind wir gerne für sie da!