Herzlich Willkommen im Juni

Heute möchte ich euch von einem Prozess aus meiner Praxis berichten. Wobei es sich nicht um einen einzelnen Klienten handelt, sondern von einer Internalisierung, die mir in der Praxis sehr oft begegnet, also von uns Menschen ganz allgemein.

Eine Internalisierung ist ein Glaubenssatz, eine innere Überzeugung, die oft unbewusst in einem schlummert. D.h. wir wissen oft gar nicht, dass wir so denken, handeln aber aus diesem Glaubenssatz heraus. Interessant wird es, wenn wir Menschen Erfahrungen machen, die uns unangenehm sind, die wir nicht wollen oder  Gefühle die nicht erwünscht sind.

Zum Beispiel jemand fühlt sich abgelehnt, hat Ängste nicht dazuzugehören oder fühlt sich zurückgewiesen. Übrigens eine der häufigsten Ängste von uns Menschen. „Was denkt die Person von mir?“, „Was wird mein Chef sagen, wenn ich ihm sage, dass ich keine Überstunden machen will?“, „Was denkt die Verkäuferin von mir, wenn ich nach diesem Artikel frage?“ usw.

Die Annahme, andere denken etwas Schlechtes über mich fühlt sich unangenehm und manchmal nicht ertragbar an.

Zugehörigkeit ist ein so wichtiger Wert! Die Angst, nicht dazuzugehören löst in unserem Gehirn im archaischen Stamm eine Art von Todesangst aus, da es tatsächlich in uralter Zeit so war, dass, wenn wir aus einer Sippe ausgeschlossen wurden, wir mit dem Tod zu rechnen hatten. Da gab es kein Feuer, keine Wärme, sondern eher den Säbelzahntiger, der wartete um uns zu fressen.                                         Hinzu können ablehnende Erfahrungen aus dem Leben kommen. Als Kinder waren wir von unseren Eltern abhängig. Kam von dieser Seite etwas bedrohliches, strafendes, etwas von der Botschaft, so wie du bist, bist du nicht in Ordnung, dann ist in uns zusätzlich ein negatives Programm  entstanden.

Die Angst vor Ablehnung löst also in unserem Gehirn alte Reize aus, die sehr existenziell, sogar bedrohlich sein können und einer Todesangst ähnlich sein können. Dies löst wiederum Verhaltensweisen aus, die je nach Persönlichkeit sehr unterschiedlich sein können. Von Aggression, devoten levitaren (unterwürfig, demütig, tadelnd) Verhaltensmustern, über Rückzugstendenzen und Narzissmus kann das Spektrum groß sein. Sind wir ängstlich und gehemmt, beschimpfen wir uns selber oder andere, werden überempfindlich, legen alles auf die Waagschale und fragen uns permanent, was andere mit ihren Äußerungen gemeint haben könnten.

 

Bildergebnis für Trauma Spuren im Gesicht

 


 

Es gilt, die Folgen der Folgen zu bedenken:

Wir sind im Beisein anderer ständig nervös, angespannt und besorgt?

 

Wie wirken wir auf andere?

Für andere wirken wir unbeholfen, langweilig, desinteressiert, distanziert, arrogant, unterkühlt, misstrauisch, ja sogar feindselig und unsympathisch.

Je mehr wir uns zurückziehen, glauben uns schützen zu müssen, umso mehr werden wir übergangen und umso mehr fühlen wir uns bestätigt, dass unsere Sicht von uns stimmt, nämlich, dass wir nicht in Ordnung sind.

Die Angst entlarvt zu werden, als der erkannt zu werden, für den wir uns selbst halten, enttäuscht zu werden, die Leugnung eigener Bedürfnisse, usw. führt zu einem Teufelskreis aus Angst, Ablehnung, Selbstzweifel und Hemmung.

Was tun?

Es gibt viele Strategien und Techniken um seinen Selbstwert zu stärken und wieder aufzubauen.

Einige der für mich hilfreichsten Strategien davon sind:                                                                                                                                                                                                                                                                                 1.  Den eigenen Gedanken nicht immer zu glauben „könnte es sein, dass das was ich denke nicht der Wirklichkeit entspricht?“

     2. Gute Visionen zu haben von sich: „Wie möchte ich sein? Wie möchte ich aussehen? Wie möchte ich mich verhalten? Wie stehe und gehe ich, wenn ich ganz in meiner Kraft und Mitte bin? Wo bin ich gerne? Was höre ich gerne und welche Sätze geben mit Kraft und Energie? Wer bin ich wirklich?“ 

     3. Die Arbeit mit neuen Glaubenssätzen und Affirmationen „Ich bin…“

4. Bewegung und gesunde Ernährung

5. In Therapie gehen um sich zu heilen, Altes loszulassen und neue positive Zukunftsperspektiven zu     erarbeiten.

 

Und natürlich immer gerne für sie da

Ulli Kaufmann und Siegbert Schütz