Herzlich Willkommen im Juli

 


 

Geht es dir/Ihnen auch so? Die Zeit rast so dahin und der Juli kommt so rasch und plötzlich sind wir mitten im Sommer?

Das berühmte Sommerloch oder wieder mal Sommerpause, ob gewünscht oder erzwungen, könnte eine Einladung zum Langsamwerden und Nachdenken sein?

So möchte ich dich/Sie heute einladen, über eine Geschichte nachzudenken:

Auf einer Ausstellung sollte ein Elefant die Attraktion werden. Die Menschen strömten herbei um ihn zu sehen. Da der Elefant jedoch bei Nacht in einem dunklen Raum untergebracht war, konnten ihn die Schaulustigen nicht erkennen. Sie waren neugierig und versuchten, seine Gestalt durch Betasten zu erfassen. Doch jeder konnte nur einen Teil des großen Tieres greifen und es danach beschreiben.

Einer der Besucher, der ein Bein des Elefanten erwischt hatte, erklärte, dass der Elefant wie eine starke Säule ausschaue; ein zweiter, der die Stoßzähne berührte, beschrieb den Elefanten als spitzen Gegenstand; ein dritter, der das Ohr des Tieres ergriff, beschrieb ihn als Fächer; der vierte, der über den Rücken des Elefanten strich, behauptete, dass der Elefant so gerade und flach sei wie eine Liege.          (frei nach Rumi, persischer Dichter)

 

Jeder sieht und spürt richtig, doch sieht nicht jeder alles.

Daher wieder eine kleine Übung zum Mitmachen:

·        Wie wirkt sich mein Verhalten gegenüber meinen Mitmenschen aus, wenn mir bewusst ist, dass ich nicht alles weiß?

·        Wie weit entsprechen die Bedürfnisse unserer Gesellschaft vorgegebenen erzieherischen Ansprüchen und sind sie persönlich für mich passend?

·        Wie weit lässt  meine eigene subjektive Wahrnehmung des Erlebens Spielraum für Andere und deren Bedürfnisse?

 

In der kommenden Sommerpause sind wir leider zeitlich nur bedingt für euch da. Daher gilt besondere Achtsamkeit gegenüber eigenverantwortlicher Selbstfürsoge und  Wertschätzung eigener Bedürfnisse.

Wir, Ulli Kaufman und Siegbert Schütz, wünschen euch eine schöne Sommerzeit, bleibt`s g`sund, achtet`s auf euch und genießt das Leben.

 

 

Über die Geduld

(von Reiner Maria Rilke)

 

Man muss den Dingen

die eigene, stille

ungestörte Entwicklung lassen,

die tief von innen kommt

und durch nichts gedrängt werden kann,

a l l e s   ist austragen – und

dann gebären…

 

Reifen wie ein Baum,

der seine Säfte nicht drängt

und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,

ohne Angst,

dass dahinter kein Sommer

kommen könnte.

 

Er kommt doch!

 

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,

die da sind, als ob die Ewigkeit

vor ihnen läge,

so sorglos, still und weit…

 

Man muss Geduld haben

 

Mit dem Ungelösten im Herzen,

und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,

wie verschlossene Stuben,

und wie Bücher, die in einer fremden Sprache

geschrieben sind.

 

Es handelt sich darum, alles zu leben.

Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,

ohne es zu merken

eines fremden Tages

in die Antworten hinein..